Die folgende Geschichte ist frei erfunden. Da sie ein wenig "exotisch" ist, bitte ich euch mich nicht sofort als gestört einzustufen.

Jeder Koch, der was auf sich hält, weiß, das die Zubereitung für ein gutes Dinner das allerwichtigste ist. Es ist wie eine Art Ritual, das man durchläuft.

Einkaufen und nach den passenden Zutaten Ausschau halten. Menschen inspirieren einen dabei oft, zu den ausgefallensten Rezepten und Mischungen.

Ich persönlich lasse volle Hingabe walten, wenn es um die Nachspeise, dem grandiosen Finale, geht.

Für mich ist die Vorspeise nur der Auftakt, das „Warm- Up“ vor dem eigentlichen Rennen. Die Hauptspeise muss so gut schmecken und den größten Teil der Freude und der Erregung abspeisen und die Nachspeise muss die Nerven noch einmal in Hochstimmung versetzen.

Was ist aber das perfekte Dinner? Gibt es das überhaupt oder ist jedes Dinner für sich perfekt? Ich tippe auf letzteres, denn jede meiner Kreationen hat mich zufrieden gestellt. Jede meiner Kreationen war eine Attraktion für sich.

Kommen wir zur Zubereitung:

Die Stadt ist perfekt um geeignetes Material zu finden. Mich versetzt es immer in freudige Erregung, wenn ich aus meinem Kombi aussteige, die Menschen erblicke und feststelle, dass die Zutaten nur so auf mich warten.

Habe ich sie beisammen werden sie in den Kofferraum verfrachtet und vorsichtig nach Hause transportiert und in den Keller zur „Reife“ aufbewahrt. Während die Zutaten einige Stunden im Keller sind, lausche ich den Klängen von Bach oder Herder, entkorke eine gute Flasche Rotwein und genieße den Augenblick der Stille und Ruhe, denn beim Kochen herrscht immer buntes treiben und Lärm.

Nach den Stunden der Besinnung lege ich meine frischen Zutaten auf den Küchentisch, Netze sie zum Teil ein- manchmal muss auch ein Frischhaltebeutel herhalten, wenn es zu zappelig wird. Ein kleiner Tipp am Rande von mir: Den Frischhaltebeutel nur etwa zwei bis vier Minuten über dem Kopf lassen, dann ist es noch richtig frisch.

Zur Vorspeise zerkleinere ich einige Teile, meist nur die Finger oder Füße. Darüber noch eine Priese Schmerz und Leid und schon hat man die perfekte Vorspeise, „den kleinen Happen“. Dazu ein wenig Käse, die kleinen Fleischstücke anbraten und dann zusammen mit einem Zahnstocher aufspießen. So ist der „Partysnack“ perfekt.

Die Hauptspeise gestaltet sich da schon schwieriger, denn schließlich wollen wir ja noch etwas lebendes für die Nachspeise behalten.

Meist entnehme ich unwichtige Organe, sodass für die Nachspeise noch genug Zeit bleibt, um sie zu genießen.

Alleine, dass mein Opfer teil daran hat, wenn die entnommenen Dinge in der Pfanne brutzeln finde  ich doch nur zu gerecht, denn jeder Mensch hat doch das Recht zu wissen, was mit ihm, wenn auch nur teilweise, geschieht. Finden Sie nicht?
Die Hauptspeise lasse ich immer im blutigen Saft, so etwa eine Stunde schmoren, dazu dann noch frisches Gemüse aus dem Markt. Verzehrt wird es bei Tisch mit Kerzen und einem schönen Wein. Dazu die stummen Klänge des Opfers. Oft stimme ich mit einem kleinen Lachen ein, einfach herrlich, bedenkt man, dass mein Essen noch gut vier Stunden davor nur das Auto aufschließen und wegfahren wollte und jetzt wohl das Aufregenste in seinem Leben erlebt und alles nur wegen mir!

Ich bezeichne mich selbst schon als Wohltäter der Gesellschaft, denn nur mir ist es zu verdanken, dass aus manchen Menschen noch Gourmets werden!

Zur Nachspeise:

Hier zeigt sich der wahre Meisterkoch. Denn den Torso, die Beine und Arme müssen sauber verarbeitet werden, ich rate dringend zu einem eigenen, verschließbaren Whirlpool.

Die Vorbereitung stellte sich auch für mich als sehr schwierig heraus, immerhin müssen in den Pool einige Liter mit kochendem Wasser hineingefüllt werden.

Das Nachgericht wird einfach in das Wasser geworfen, dann die Klappe drüber( aus Glas macht es gleich doppelt Spaß)!

Einige Minuten warten und dann mit einem Haken das Nachgericht herausfischen.

Nun kann man schneiden nach Lust und Laune und die Stücke zum Beispiel mit Vanillesoße übergießen und dazu noch einige schöne Heidelbeeren hinzugeben.

Nach dem Gericht, ist man  vollends bedient, und kann sich zurücklehnen.

Ein Tag voller harter Arbeit liegt hinter einem und dies nur für ein perfektes Dinner.