Ein ganz normaler Tag - Die Busfahrt
Wer kennt das schrille Geräusch des Weckers morgens nicht? Ich persönlich hasse es und das auch noch besonders Montags. Man steigt aus dem kuscheligen, behaglichen Bett heraus und gibt sich dem morgendlichen Trott hin. Dabei sind zwei Dinge morgens neben dem Aufstehen die Highlights. Nummer 1, sich auf die kalte Klobrille setzen. Da verengt sich wirklich alles, wenn man die kalte Schüssel berührt. Nummer 2, aus der Dusche kommen um dann festzustellen, dass man das Fenster nach dem morgendlichen Klogang geöffnet hatte, um nicht an seinem eigenen Duft des Erfolges zu sterben. Da verengt sich und schrumpft ebenfalls wieder alles. Nach diesen unbequemen Dingen geht’s dann auf zum Bus. Natürlich hat Petrus kein einsehen und lässt es mitten im November richtig krachen. Das passiert auf halber Strecke und einem fällt ein, dass der Schirm zu Hause sorgsam im Schirmständer steht.Klitschnass , halb erfroren sieht man dann den Bus herannahen und rennt los. Als man gerade denkt, dass man es geschafft hätte, weil der Busfahrer einem ein Lächeln schenkt, schließen sich die Türen und der Bus fährt grollend an. Die Tatsache, dass es regnet ist nicht so schlimm, wie die Tatsache, dass man eine halbe Stunde im Regen stehen muss, weil irgendwelche Genies die Bushaltestelle zertrümmert haben. Nach etwa 10 Minuten bemerkt man dann die Völkerwanderung. Als erstes nähern sich die Grundschüler. Sie sind immer noch voll und ganz von der Schule begeistert und sind extra 20 Minuten früher da , um ja nicht den Bus zu verpassen. Das sie nass werden, ist ihnen dabei völlig egal. Ich wundere mich jedes Mal aufs neue, dass Pfützen immer noch eine so große Anziehungskraft auf die Kleinen ausüben. Jedenfalls bekomme ich jedes Mal, nach einem gelungenen Sprung von einem Kleinen in eine Pfütze die Hälft des dreckigen Wassers ab. Eine Entschuldigung von den halb zahnlosen, Kleinen bekommt man nicht zu hören, weil das jubeln über den genialen Sprung wichtiger als alles andere ist. Wo ich grade bei zahnlos bin. Die nächste Welle sind die Rentner.Sie kommen wirklich in Rudeln an und tuscheln in ihren Sippen über jeden. Ich stecke mir derweil eine Zigarette an, nicht ohne Kommentar von den Rentnern und den kleinen Fürzen. Von den Rentnern bekommt man zu hören:“ Guck der raucht schon, aus dem wird sowieso nichts, die Jugend verkommt immer mehr, oder wie unverantwortlich, hier bei den kleinen süßen Kindern zu rauchen!“ Als Gegenkommentar kommt meistens von mir: „ Na ja, sehen sie, sie haben vielleicht noch 1 bis 2 Jahre zu leben, auf die paar Tage kommt es doch wirklich nicht an, oder?“ Von den kleinen Hosenscheißern kommt dann immer: „ IIIIIIIHHHHHHHHH, der raucht ja!“ Ist ungefähr dasselbe wie: „ IHHHHHHHHH der küsst ein Mädchen!“ Das man die nicht nur küsst verschweige ich lieber, weil das Vergnügen, die Kinder über die Sexualität aufzuklären, überlasse ich lieber den Eltern.Nach endlosen 30 Minuten kommt dann der Bus. Nachdem man von einer Horde Hobbits umgemäht wurde, kommen dann die Rentner. Immer auf ihr drittes Bein gestützt, hauen sie einem ihren Stock gegen das Schienbein und man kommt hinkend als letzter ins Ziel. Die überwältigende Luft von Schweiß, Kohlendioxid und dem Nikotingeruch des Busfahrers reizen die Sinnesorgane bis aufs letzte. Ich stehe an der Tür, die alle 5 Minuten aufgeht und einen kalten Windstoß hinein lässt. Endlich an der Schule angekommen mit 40 minütiger Verspätung kann ich mir dann noch von meinem Lehrer anhören, dass ich ein Idiot sei und da er gerade so gut gelaunt ist holt er mich an die Tafel und ich darf 10 Minuten stotternd und schlotternd vor Kälte der Klasse den waagerechten Wurf erklären. Da ich keinen Schimmer davon habe versuche ich erfolglos das Thema aufs Tennis zu bringen und erkläre, dass Nadal tolle Schuhe hat und der dadurch nur so gut spielen kann. Seine Bespannung extrem dünn sei etc... Mit einer 5 im Gepäck kann ich mich setzen. Der Gedanke, dass ich durch bloß, weil ich über Tennis geredet habe mir eine 5 erkämpft habe motiviert mich total.Endlich läutet es zum Stundenende. Ich habe das Glück auf meiner Seite und muss nicht die Bücher zurück ins Lehrerzimmer tragen. Den Rest des Morgens verbringe ich im Dämmerzustand, weil die Fächer wie Geschichte, Englisch und Mathe nicht so mein Ding sind. Zu meinem Leidwesen habe ich mein Sportzeug zu Hause liegen gelassen und muss ein Stundenprotokoll führen, welches dann benotet wird. Als der Lehrer am Ende der Stunde mein Gekrakel sieht, weiß ich schon wie der Hase läuft und finde mich mit meiner zweiten beschissenen Note an diesem Tag ab.
Nachdem ich eine höllische Busfahrt hinter mich gebracht habe geht’s zu Hause erst mal zum Kühlschrank und dann vor die Glotze. Oliver Geissen hat mal wieder einen Vater zu Gast, der gleich erfahren wird, dass er einen Vollpfosten als Sohn hat und ein Paar, dass sich gegenseitig betrügt. Nachdem ich mich als über die Gesellschaft informiert habe geht’s ab von PC und ich chatte erst mal über ICQ mit ein paar Kumpels. Danach haue ich mich erst mal aufs Ohr und hoffe, dass ich erst wieder am nächsten Morgen aufwachen werde. Wenigstens dieses mal hatte ich Glück, denn meine Mutter weckte mich gegen 18.00 Uhr und stellte fest, dass ich Fieber hatte und eine Erkältung noch dazu. Ich sollte mich wieder ins Bett legen und morgen würde es dann zum Arzt gehen und was da ablief erzähle ich euch ein anderes mal.