Hier ist Teil eins der Geschichte "Dejavue"- viel Spass!

Montag 12.10

Ein kalter Wind fauchte umher, der Oktober war so kalt wie schon lange nicht mehr und das sonstige milde Klima wich einer kalten Front. Heftiger Regen hatte die kleine Stadt Galen erfasst und wer musste zu dieser Zeit zur Arbeit fahren? Richtig, ich. So kam es, dass ich mit dem Bus zur Redaktion fahren musste und mich wohl sehr verspäten würde. Schnell zog ich mein Handy aus der Hosentasche und rief meine Kollegin Susan an.

„ Sue, ich bin es Dave. Hier ich stecke im Stau und es sieht nicht so aus, als würde ich pünktlich zur Besprechung kommen. Sage bitte Todd, dass er meinen Artikel unbedingt reinnehmen soll.“ Ich hörte Sue hektisch zu meinem Schreibtisch laufen und in den Türmen von Artikeln und Unterlagen kramen. „ Meinst du den über diese seltsame Sekte? Die, die dich öffentlich verflucht hat?“, sagte sie mit einem Glucksen. „ Ja genau den meine ich, ich will, dass Todd ihn groß rausbringt, bitte kämpfe um jede Zeile und Seite!“ „Ist abgemacht, aber nur, wenn du nachher mit mir noch eine Kleinigkeit Essen gehst.“, sagte Sie und legte mit einem  hauchenden „ Bis nachher Dave “ auf. Etwas perplex steckte ich das Handy wieder zurück und beobachtete die Menschen, die gegen das Wetter aufkämpften und auf dem Bürgersteig fast umgeweht wurden. Eine Frau versuchte, mit ihrem Yorkshire-Terrier auf dem Arm eine Tür aufzuschließen. Weiter abwärts von der Straße hielt ein Mann sich die Zeitung über dem Kopf und probierte seinen teuren Anzug zu schützen. Dabei versagte er.                    „ Versagen? War es nicht das, was ich geschrieben hatte? Die Sekte des „freien Auferstehens“ , war zum Versagen verurteilt. Glaubte ich das wirklich?“ Immerhin gab sie einigen Menschen Hoffnung, für die es sonst keine gab. Arbeitslose und andere sozialen Notfälle waren die Stammmitglieder. Ihr Oberhaupt Dave McCoi gab all diesen Menschen Hoffnung, wenn auch nur mit leeren Versprechungen. Es war wahrlich Ironie des Schicksals, dass ich auch Dave hieß. Wenigstens sah ich mit meinen braunen langen Haaren, meiner schlaksigen Figur nicht so aus, wie der dicke, zur Glatze neigende „Scheinmessias“, dachte ich und bestaunte weithin das Geschehen durch das Fenster.

Der Mann in dem Anzug kämpfte weiterhin um seine Zeitung, die ihm aber immer mehr aus den Fingern glitt und schließlich weggeweht wurde. Nun war sein „schicker“ Anzug dem Wetter ausgeliefert und man sah, dass er das wusste, denn er suchte vergebens einen Platz zum Unterstellen. „ Der arme Kerl“, dachte ich, drehte meinen Kopf und besah mir meinen Fahrer richtig an. Ein typischer Busfahrer. Dick, fettiges Haar, eine Kappe auf, ein tiefporiges und rotes Gesicht. Das der Typ Schnaps nicht abgeneigt gegenüber stand, war wohl jedem klar, der ein wenig Menschenkenntnis besaß. Die Fahrgäste im Bus waren auch nicht gerade die Schönheiten dieser Welt. Eine Rentnerin, die halb schlafend in der vorderen Reihe saß, zwei Grundschüler, die sich gegenseitig auf die Schulter hauten, um zu sehen wer der Stärkere war, und letztendlich noch eine Mädchenansammlung, die bei jeder Bewegung kicherten. „Albern können die Menschen sein“, dachte ich und besah mit die Straße weit ausgehend an.

Langsam aber sicher schlief ich ein, träumte, dass ich draußen wäre, bei dem schrecklichen Wetter. Ich wollte irgendwo hin ,wusste aber nicht so recht, wohin eigentlich. Der Wind riss an meiner Kleidung und der Regen tat sein übriges, um mich vor Kälte und Nässe zittern zu lassen. Langsam kämpfte ich mich in eine Gasse, wo der Regen in Sturzbächen aus den alten und total überforderten Regenrinnen strömte. Klatschend fiel das Wasser zu Boden und überschwemmte meine Schuhe. Der Mann mit dem Anzug kam mir wieder in den Sinn und jetzt wusste ich genau, wie er sich gefühlt hatte. Ich folgte der schmalen Verlauf der Gasse, die an den Seiten durch heruntergekommene Fassaden eingegrenzt war.  „Hört diese Gasse denn niemals auf?“, dachte ich und begann langsam schneller zu gehen, wobei mehr Wasser in die Schuhe floss. Endlich, entdeckte ich eine Tür. Ich schritt darauf zu und las auf dem Schild  „ Zur schrillen Glocke“. „Seltsam, wer denkt sich denn so einen Mist aus, na, dass das Lokal nicht gut besucht ist, ist wohl klar, dachte ich und trat ein. Zu meiner Überraschung, war es propenvoll. Es waren seltsame Gäste da. Bettler, eben die sozialen Notfälle der Gesellschaft, oder diejenigen die im Begriff waren es zu werden. Ich trat an den Tresen und bestellte mir ein Bier. Der Barkeeper kam mir bekannt vor, aber woher? Er war rundlich, wenn nicht gar fett und hatte leichte Geheimratsecken auf dem dicken Kopf. Mit seinen Kröten Augen sah er mich an und gab mir das Bier in einem Glas, dass wohl zu Zeiten des zweiten Weltkrieges das letzte mal geputzt wurde. Ich nahm einen tiefen Schluck und setzte mich auf einen Hocker und beobachtete die Menschen. Der herbe Geschmack des Bieres prickelte mir auf der Zunge und ich nahm eine Zigarette zu Hilfe, um den Geschmack zu verdrängen. Plötzlich sprach mich eine alte Frau an. Sie hatte das Gesicht voller Warzen und einige Zahnlücken in ihrem sonst hellbraun schimmernden Gebiss. Ihr Haar war total zerzaust und fettig. Es hätte wirklich gepasst, wenn aus ihrem Mund Spinnen oder sonstige Insekten rausgekrochen wären. Mit einem schielenden Blick sah sie mich prüfend an und sagte dann in einem hellen und krächzenden Ton: „ Sir, Sie sehen hässlich aus mit ihrem Anzug und ihrem Aussehen. Ihre Artikel sind der reinste Mist, Sie haben versagt in ihrem Leben. Sie sind ein Verlierer und werden es immer bleiben!“ Ich sah sie überrascht an. Die Zigarette entglitt meiner Hand, dicht gefolgt vom Bier, das laut auf dem alten Boden zerschmetterte. Sie zeigte mit dem Finger auf mich und rief immer und immer wieder „Sie sind ein Versager!“

Ich sah mich um und alle schauten mich an. Stumm standen sie da und schauten nur und einer nach dem anderen fiel mit in das Geschrei der alten Frau ein: „Sie sind ein Versager!“

Ich schaute mich weiter um, und da standen Todd und Sue und riefen mit! „Was zur Hölle!?“, schrie ich und hielt mir die Ohren zu und drehte mich zum Barkeeper um. Jetzt wusste ich wieder ,wer der Mann war, es war Dave McCoi. Er lächelte mich an und seine Froschaugen funkelten. „Na Dave, wer ist hier der Versager? Wieso musstest du dich bei uns einschleusen und dann diesen Artikel schreiben? Du wirst niemals wieder Frieden finden, dass garantiere ich dir!“, und dann begann er wie wahnsinnig zu lachen.

 Ein Mann zupfte mich heftig an meinem Mantel. „Sir...Sir!“„Neiiiin“, schrie ich und wachte just in jenem Moment wieder auf.

Der dicke Busfahrer schaute mir direkt ins Gesicht und ich vernahm den penetranten und stechenden Geruch von Alkohol.

„Sir, Sie haben geschrieen.  Sie sind bloß eingeschlafen und hatten einen schlimmen Traum. Immer und immer wieder schrieen sie :“ Ich bin kein Versager!“, sagte er mit einer tiefen Stimme. Ich richtete mich auf und blickte mich um. Alle schauten mich an. Kalter Schweiß rann mir die Stirn herunter und mir war bitter kalt. „Oh Mann ist das peinlich“, dachte ich und richtete meinen Mantel und setzte mich kerzengrade hin.

„Danke es geht wieder“, sagte ich mit zitternder Stimme.

„Jetzt fing ich auch schon an von diesem dicken Penner zu träumen,“ dachte ich und schaute aus dem Fenster.

Die Fahrt verzögerte sich aufgrund eines Unfalls noch etwas und ich war froh, als ich endlich die Redaktion betrat.

Ich ging zu meinem Büro und überprüfte die Emails.

Es waren drei Stück. Die erste, war wieder eine Werbemail. „Dieser verdammte Spamschutz funktioniert ja prächtig,“ sagte ich mit einem wenig begeisterten Tonfall zu mir. Die zweite Mail, war von Todd, der mir schrieb, dass ich bitte zu ihm ins Büro, wegen meines Artikels kommen sollte. Ich schaute die letzte Mail nach. „ Sie sind ein Versager,“ stand dort geschrieben. „Von wem kam diese Mail?“, fragte ich mich und schaute auf den Absender: feeble@ara.com.

„Die Adresse konnte ich mit meinen mickrigen Computerkenntnissen nicht zurückverfolgen“; dachte ich bestürzt.

Todd fiel mir wieder ein und ich machte mich auf den Weg zu ihm. Er saß vor seinem Schreibtisch, eine Zigarre im Mundwinkel und starrte konzentriert auf seinen Bildschirm.

„Ähm, Todd!?“, sagt ich und beobachte ein wenig amüsiert, wie er erschrocken zusammen fuhr..„ Kannst du nicht einmal klopfen Dave?“, sagte er verärgert. „ Nein, dann würde mir ja der Spaß entgehen, dass du dich erschreckst.“, entgegnete ich mit einem flüchtigen Lächeln. „Wieso wolltest du mich sprechen? Ist was mit meinem Artikel nicht in Ordnung?“, begann ich.„Dave, du weißt ,du bist mein bester Mitarbeiter, aber ich werde ihn nicht drucken.“

„Was? Wieso? Der Artikel hat mich so viel Arbeit gekostet!“, schrie ich ihn an. In mir pulsierte das Adrenalin. Mit diesem Artikel wollte ich weg von dieser Zeitung. Weg von Galen und von diesen Menschen.

„Dave, wenn ich ihn drucken lasse, bekommen wir ein Problem mit McCoi. Er hat uns gedroht, dass, wenn wir den Artikel drucken, uns die Anwälte von ihm zerfetzen werden, weil du angeblich keine richtigen stichhaltigen Beweise hast.“

„Ist klar, ich habe keine Beweise? Ich habe Aktenordner voller Beweise. Ich habe Zeugen , ich kann dir alles geben!“, sagte ich wütend. Ich wusste, aber insgeheim, dass noch etwas kommen musste. „Dave, er verfügt über sehr viel Geld, das weißt du. Einige seiner hohen Mitglieder haben ebenso viel Geld und wir gehören einer Firmengruppe an, die wie du weißt von Adam Grisham geleitet wird.“ „Na und? Was habe ich mit Grisham zu tun? Er ist ein Armleuchter, der nur auf sein Geld aus ist und bisher hatten wir doch nie Probleme mit ihm.“

„Bisher“, fiel er mir ins Wort. „Aber er ist eines von McCois neuesten Schäfchen.“

„Was?“, fragte ich. Das war ein Schock. Ich hatte das Gefühl, dass mir jemand kaltes Wasser ins Gesicht geschüttet hätte.

„Das ist nicht alles“, sagte Todd. „ Ich muss dich leider entlassen. Das ist eine Anordnung, der ich mich nicht wiedersetzen kann, sie kommt direkt von oben, von Grisham.“

Der Schock war so extrem, dass die Knie zitterten. Ich hatte wohl eindeutig verloren. War das der Fluch? Sollte der Mist wirklich klappen? Immerhin bin ich von kürzester Zeit genau zu dem geworden, was diese Sekte ausmachte. Ich war nun arbeitslos.

Ich saß im Park, das Wetter war aufgeklärt. Es war so, als ob es mich auslachte. Allen ging es gut, nur mir nicht. Ich war am Ende. Ich erinnerte mich nur noch schemenhaft, wie ich aus dem Büro gegangen war und mich alle angesehen haben.

„Woher zum Teufel wussten die das alle eigentlich so schnell?“, dachte ich.

Wegen eines Artikels bin ich arbeitslos geworden und so, wie ich Grisham kenne , hat er seinen Kollegen schon eine Mail geschrieben ,dass mich niemand mehr einstellen soll.

Ich schleppte mich nach Hause und betrank mich ordentlich. Endlich waren alle Sorgen weg und ich konnte vor mich hersingen.

 

 

Ich wachte verkatert auf. Es roch nach Alkohol und Erbrochenen.“ Muss wohl eine heftige Nacht gewesen sein“, dachte ich und trabte ins Bad. Ausgiebig duschte ich und ließ das heiße Wasser auf mich wirken. Als ich mich abtrocknete klingelte mein Handy. Da ich immer meinen Klingelton ausgestellt habe, hörte ich nur ein Summen. Hecktisch lief ich durch die Wohnung und fand es unter meiner Hose, die nach Urin roch.“ Herrliche Bescherung, auch das noch“, dachte ich mir, während ich hektisch nach meinem Mobiltelefon grabschte. „Dave? Wo bist du? Wir warten hier schon alle auf dich. Sitzt du noch im Bus, oder ist das schlechte Wetter dran schuld?“, sagte Sue mit ihrer hauchenden Stimme, die jedes Mal eine Gänsehaut auf meine Haut zauberte. Verwundert fragte ich sie, warum ich kommen sollte, ich wurde doch entlassen. „Dummerchen entgegnete Sie. Seit wann bist du entlassen, gestern war Sonntag. Da wird man nie entlassen!“ Sie kicherte ein wenig und sagte mir ich solle in die Firma kommen. Sie wollte auflegen doch ich sagte ihr noch schnell, dass Sie meinen Artikel raussuchen- und ihn Todd geben soll. „OK, wird gemacht, bis gleich, dafür bist du mir aber ein Essen schuldig.,“ sagte sie und legte auf. Ich machte mich schnell fertig und rief mir ein Taxi. „Galen Times“, sagte ich dem Fahrer und guckte aus dem Fenster. Nach kurzer Zeit fluchte der Fahrer. „ Verdammter Mist, da gabs’ nen Unfall. Sorry Meister, aber ich glaube wir verbringen hier noch ein paar Minuten zusammen.“, sagte er und zündete sich eine Zigarette an. „Schon wieder? Gestern gabs’ doch auch schon ’nen Unfall.“, sagte ich etwas verwundert. „Gestern? Nee da gabs’ keinen. Auf der Lincoln, ja. da hats’ gekracht aber hier auf der 51 gabs’ gestern keinen.“, sagte er. Ich schaute aus dem Fenster. Regen peitschte vom Himmel. Der Wind riss an allen Dingen und schaukelte auch das Taxi richtig durch. Einem Mann wurde plötzlich die Zeitung aus der Hand gerissen, die kurz davor noch seinen Kopf schützte.

Er schritt, auf der Suche nach einer Unterstellmöglichkeit, weiter. „Was zum Henker geht hier vor?“, sagte ich und starrte ungläubig auf die Szenerie vor mir. „Sagen sie mal, welches Datum haben wir heute?“, der Fahrer schaute mich etwas verwundert an. „Wissen Sie ich vergesse immer das heutige Datum. Das viele Reisen, verstehen Sie?“ Erleichtert, dass er es nicht mir einem totalen Idioten zu tun hatte, zog er an seiner Zigarette und blies den Rauch aus.“ Montag, den 12. Oktober.“. Er widmete sich wieder seiner Zigarette. Ich war geschockt, ich hatte mich also nicht verhört. „Das ist ein Witz. Wieso soll heute wieder der Tag sein? Der Fluch, es ist der Fluch“, dachte ich. Ich gab dem Fahrer 50 Dollar und mit den Worten „stimmt so“, trat ich hinaus in die Hölle. Regen peitschte mir entgegen. Ich kämpfte mich von Straße zur Straße. Von Block zur Block, bis ich endlich durchnässt ankam. Ich rannte in mein Büro. „Sie haben drei Emails.“ Stand auf dem Monitor. Ich sah sie alle durch. Sie waren identisch mit denen von Gestern, oder doch von Heute?  Ich ging zu Todd, der mir wie gestern meine Kündigung mitteilte.

Ich lief durch die Straßen. Das Wetter war natürlich auch wieder aufgeklart. Ich merkte nicht, wohin ich lief. Sondern hing meinen Gedanken nacht. Plötzlich stand ich vor einer Tür. „Zur schrillen Glocke“ stand drauf. „Das kann doch nicht sein! Was zur Hölle...?“ Ein Mann packte mich bei der Schulter und dreht mich um. Er trug eine weise Kutte. „ Na Dave, und gefällt dir deine neue Welt? Ich habe mich schon gefragt, wann du endlich zu uns kommst.“, sagte der Mann, der mich mit seinen Froschaugen anguckte. „Geh hinein und überzeuge dich. Wir warten schon alle auf unser „neues Mitglied“. Schließlich hast du uns schon zu lange warten lassen.“ Ich starrte ihn nur fassungslos an. „Kommen Sie herein, Sir.“, sagte ein verwahrlost aussehender Mann in der gleichen  weissen Kutte, wie McCoi sie trug. Dann verblasste die Welt um mich herum

 „Sir...Sir?“ Der Gestank von billigen Alkohol stach mir in die Nase. Ich wachte auf. Ein rötliches Gesicht blickte mich an. Sir, Sie sind wohl eingeschlafen.“, sagte er.

Ich setzte mich auf . „Sie haben immer „Ich bin kein Versager gerufen!“. Sie hatten wohl einen schlechten Traum.“ Nachdem er sich noch einmal erkundigt hatte, ob es mir wirklich gut ging, ging er wieder zu seiner Fahrerkabine. Ich war total benommen. Wie kam ich hierher? „War das alles nur ein Traum? Es war so mir so real vorgekommen. Alles, die Entlassungen, der Regen. Lange grübelte ich vor mich hin und spielte mit dem Feuerzeug in meiner Hosentasche.  Plötzlich spürte ich etwas weiches in meiner Hosentasche, ein weiser Stofffetzen, ich musste ihn wohl abgerissen haben, als McCoi mich gepackt hatte. Es war also kein Traum gewesen, es war die Wirklichkeit. Ungläubig starrte ich eine Weile vor mich hin, Gedanken kamen und gingen sogleich wieder. Wie konnte ich hier in dem Bus sein und gerade noch war ich vor einer Kneipe? Es war wohl der Fluch, der mich immer wieder an die verschiedenen Orte transportierte, der mich immer und immer wieder diesen Tag erleben ließ.

 Ich hatte plötzlich eine Idee. „Wenn sich der Tag immer und immer nur wiederholte, weil ich zur Sue gesagt habe, dass sie meinen Artikel Todd geben soll, dann musste ich es verhindern, dass sie das tut. Ich griff zu meinem Handy und rief Sue an. Nachdem es unendlich lange gesummt hatte ging sie dran.“ Dave, was gibt es? Ich wollte Todd grade deinen Artikel geben.“ Hatte ich richtig geraten. Ich war also auf dem Weg zur Arbeit. „Nein Sue, mach es nicht, der Artikel ist der letzte Mist!“ ,schrie ich verzweifelt in den Hörer. „ Das weiß Todd wohl besser, bis gleich Dave.“ „ Sue, woher weißt du, dass mein Artikel fertig ist?“, fragte ich mit aufgeregter Stimme. „ Tja, Honey, jeder hat so seine Quellen, bis gleich.“ Dann legte sie auf, bevor ich noch etwas sagen konnte.

„ Scheiße“, sagte ich. „ Denk nach Dave, wie schaffst du es hier herauszukommen?“ Gut lass alles heute so geschehen, wie es das letzte Mal passiert ist und morgen änderst du die Realität.

 

Nachdem ich im meinem Büro war und die drei Emails gelesen hatte, bin ich zu Todd gegangen und hatte meine Kündigung entgegengenommen. „Dave? Du siehst aus, als hättest du das hier schon alles ein mal erlebt.“, sagte Todd verwundert. „ Todd, wie Recht du hast, kannst du dir nicht vorstellen.“, sagte ich und ging. Ich wollte so schnell wie möglich nach Hause. Ich musste schnell einschlafen , dann konnte ich morgen den Artikel verhindern. Zu Hause angekommen, warf ich meine Klamotten neben mein Bett und schüttete mir erst einmal ein Bier ein. Dann nahm ich noch einige Züge von meiner Zigarette. „Verdammt, wo waren meine Schlaftabletten?“, dachte ich. Ich musste früher welche nehmen, weil ich unter Schlafstörungen litt. Nach geraumer Zeit fand ich sie und nahm gleich drei Stück auf einmal. Mit einem Schluck aus der Bierflasche spülte ich alles herunter. Ich legte mich ins Bett und schlief mit dem Gedanken ein, dass morgen alles nur noch besser werden könnte.

 

„ Dave, es tut mir Leid. Grisham lässt mir keine Wahl. Du musst gehen, ich hoffe du verstehst das.“ Ich stand bei Todd im Büro. „ Was? Wieso stand ich bei Todd im Büro? Ich bin doch eingeschlafen.“ ,dachte ich bevor mich Todd aus meinen Gedanken riss. „ Dave? Hast du das verstanden?“, sagte er mit einem Ton der tiefsten Bestürzung. „Ja, Todd habe ich.“ Mit diesen Worten verließ ich zum x-ten mal das Büro von Todd. Wenn ich es nicht schaffe mit Schlaf, dann eben, indem ich Wachbleibe.“, dachte ich, als ich mit dem Bus in die Stadt hineinfuhr.

„Bisher lief immer alles gleich ab, außer mit der Kneipe, da war es eine Anomalie, nur warum? Um mir zu zeigen, was der Fluch ist? Das musste es sein. McCoi, wollte ,dass ich wusste, dass das der Fluch ist. Was hatte er aber davon?“ Ich wusste es nicht und wollte es auch nicht wissen. Das einzige was ich wollte, war den Dienstag endlich zu erleben. Ich machte mich auf die bevorstehende Nacht gefasst....

 

Fortsetzung folgt...